Historie

65 Jahre, in der Weltgeschichte kaum spürbar, für einen Verein jedoch eine lange Zeit. Beinhaltet diese Zeit doch die Arbeit von drei Generationen, die an der Geschichte des Vereins gearbeitet haben oder arbeiten werden. Am 02.03.1952 schlossen sich 27 Angelfreunde der ehemaligen Gemeinde Marxwalde zu einer Interessengemeinschaft der Angler, zur Ortsgruppe Marxwalde zusammen.

Ihr Anliegen war die Förderung des Angelsports in der Gemeinde, Schaffung von Freiräumen für die gesunde Freizeitgestaltung und in der damaligen Zeit wohl auch der Hintergedanke sich den Mittagstisch etwas zu bereichern, denn Fleisch war damals nicht so reich im Angebot wie heute.

Als Gründer und erste Leitung des Vereins seien an dieser Stelle einmal Namen genannt. Kremzow Bernhard, Starke Horst, Wulkow Günter, Schiffer Rudi, Butschke Helmut, Oellermann Günter. 1952 war viel Initiative gefragt, liegt doch die Vereinsgründung 2 Jahre vor der offiziellen Gründung des DAV.

Die Angelfreunde Butschke und Wulkow fuhren mit Fahrrad und Bahn nach Potsdam um die entsprechenden Gründungsformalitäten zu erledigen. Leider gibt es dafür keine Unterlagen mehr, da unsere Chronik wohl in den Wirren der Wiedervereinigung unwiderruflich verloren gegangen ist.

 

Im Jahr 1959 war die Ortsgruppe auf 58 Mitglieder angewachsen, 47 Erwachsene, 5 Jugendliche und 6 Schüler. Folgende Angelgewässer waren der Ortsgruppe zur Nutzung und Pflege übergeben worden. Staffsee, Redsee, eine Strecke der Alten Oder und Teile des Stobber. In all den Jahren haben sich die Mitglieder freiwillig, gern und unentgeltlich um Ordnung und Sauberkeit an den Gewässern gekümmert. Die tausende von Stunden dieser ehrenamtlichen Arbeitseinsätze sind sicherlich nicht zu zählen, wir würden immer zu wenig berechnen.

Jährlich, und das bis heute führten wir unsere Vereinsveranstaltungen durch.Natürlich gab es auch dabei Höhen und Tiefen und die Teilnehmerzahlen schwankten doch recht stark. Der Höhepunkt der Mitgliederzahlen wurde 1982 erreicht. In diesem Jahr hatten wir 178 Mitglieder, 140 Erwachsene und 38 Jugendliche. Unsere Jugendarbeit war gut und erfolgreich.

 

In überregionalen Veranstaltungen belegten wir erste Plätze und haben den Kreis bei Bezirksmeisterschaften oft erfolgreich vertreten. Leider kam mit der Wiedervereinigung ein starker Mitgliedereinbruch. Fast die Hälfte der Mitglieder verließ den Verein, einige aufgrund von Wegzug andere aufgrund von Arbeitswechsel, viele aufgrund finanzieller Probleme. So wuchs der Beitrag um ein vielfaches, die Produktionskarten nahmen die gleiche Entwicklung. Da war für viele das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Wende 1989 und die Wiedervereinigung brachten die D-Mark und damit verbunden immense Einschnitte für den Einzelnen und auch für den Verein. So musste nach neuem Vereinsrecht ein neuer Verein mit Satzung gegründet werden. Ohne Erfahrung war das abenteuerlich und wir haben so manche Feder lassen müssen.

 

Die Marktwirtschaft war es, die uns gebot uns nach Partnern umzusehen um als Verein zu überleben. So wurde am 13.10.1991 aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Ortsgruppe Marxwalde, Betriebsgruppe LPG Marxwalde, Betriebsgruppe LPG Reichenberg und PGH Holz Marxwalde ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Vereins aufgeschlagen. Mit der Gründung des Angelsportverein Neuhardenberg e.V. konnten wir an die guten Traditionen aller genannten Ortsgruppen anknüpfen und unsere Vertragsgewässer somit erweitern. Leider konnte der DAV etliche Gewässer aufgrund von Rückübertragung an die früheren Eigentümer nicht halten. Diesen Zustand können wir leider nicht ändern, aber wir als DAV-jetzt DAFV-Mitglieder haben hier im Weiteren immer noch viele Vertragsgewässer die wir nutzen können. Manchmal allerdings nur noch mit dem Auto zu erreichen. Immerhin hatten wir 1993 durch den Zusammenschluss einen Mitgliederbestand von 150 Mitgliedern. In den Folgejahren schwankte der Bestand zwischen 130 und 103 Mitgliedern. 2006 waren es 96 Mitglieder und zum jetzigen Zeitpunkt gehören dem Verein nach einem zwischenzeitlichen großen Knick noch 80 Mitglieder an. Mittlerweile haben wir wieder eine kontinuierliche stabile Teilnehmerzahl bei allen vom Verein durchgeführten Veranstaltungen. Einige Angelfreunde kommen aus anderen Vereinen zu uns, „weil hier wenigstens noch Vereinsarbeit stattfindet“.

 

Das ist eine gute Entwicklung die es gilt weiter zu führen.  Wir hatten 2008 einen hervorragenden Ansatz mit einer Schul- AG Angeln. Dort konnten wir 17 Kindern über ein gesamtes Jahr den Umgang mit der Angel, Natur- und Umweltschutz nahe bringen. Als krönenden Abschluss führten wir eine Angelveranstaltung am Forellenteich in Polen durch. Alle waren begeistert.

Seit 2017 ist es uns endlich gelungen langsam, aber stetig unsere so wichtige Jugend wieder ins Boot zu holen. Mittlerweile sind wieder 8 Kinder und Jugendliche in unserem Verein organisiert, sodass wir 2018 beginnen können, diese Jugend an überregionale Veranstaltungen heranzuführen.

Dazu bedarf es der Mitarbeit unserer erwachsenen Angler und natürlich auch der Eltern. Wir sind auf einem Weg, der Erfolg verspricht und den jugendlichen Anglern Spaß bereiten wird.

An dieser Stelle einmal ein recht herzliches Dankeschön liebe Frauen. Sind sie es doch, die unser kleines „Hobby“ mit Geduld und mit Entbehrungen ertragen haben. Bei unseren jährlichen Angelveranstaltungen fangen wir regelmäßig Fisch der für den persönlichen Verbrauch verwendet wird. Mal mehr, mal weniger, aber immer mit einer Menge Spaß und Freude. „Jeder Tag ist Angeltag, aber nicht jeder Tag ist Fangtag“ Die letzten Jahre waren die ertragreichsten. Es ist also nicht so, dass es immer weniger Fisch gibt, bzw. unsere Gewässer überfischt sind. Als Angler braucht man immer etwas Glück.

 

Ich wünsche uns allen, dass dieses Anglerglück uns nie verlässt.

 

„Petri Heil“